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Partnerberatung

Partnerberatung – Das müsst Ihr unbedingt beachten

In den Jugendjahren der meisten Menschen gestalten sich Beziehungen zumeist deutlich einfacher. Wenn die ersten Probleme und Problemchen auftauchen, trennt man sich eben. Anschließend wird ein bisschen geweint und das Leben geht weiter. Doch je ernster die Beziehung wird und je länger sie andauert, desto schwieriger werden die Gedanken an eine Trennung. Besonders dann, wenn Ihr Euch bereits einen Haushalt teilt und viele große Dinge gemeinsam erlebt habt, scheint eine Trennung nur ein dürftiger Ausweg. Aber was sollt Ihr stattdessen tun? Partnerberatung ist Euch wahrscheinlich ein Begriff: In Serien oder Filmen gibt es häufig das eine, ewig verheiratete Pärchen, das jahrelang erfolglos eine Partnerberatung aufsucht. Das parodisierte Bild der Partnerberatung in Film und Fernsehen lässt viele Menschen glauben, dass eine solche Therapie eigentlich nur mehr Schaden anrichtet, als sie hilft. Tatsächlich muss dies allerdings nicht sein, denn häufig kann eine Partnerberatung über verschiedene Krisen innerhalb der Beziehung hinweghelfen. Ob eine Partnerberatung das Richtige für Euch beide ist, müsst Ihr jedoch selbst entscheiden. Im Folgenden kannst Du aber nachlesen, woran Ihr dies festmachen könntet.

Partnerberatung: Welche Faktoren können eine Beziehungskrise herbeiführen?

Auch, wenn Ihr Euch wirklich sicher seid, dass Ihr Einander liebt: Beziehungsprobleme können über Zeit auch bei dem verliebtesten Pärchen auftauchen. So richtig Schuld daran ist niemand, viel eher handelt es sich hier zumeist um eine Teufelsspirale, die immer wieder von neuen Kränkungen unterfüttert wird. Nicht selten endet eine handfeste Beziehungskrise in einer Scheidung, obwohl eine Partnerberatung eigentlich noch hätte helfen können. Wahrscheinlich sind Eure Beziehungsprobleme nämlich gar nicht so unlösbar, wie es für Dich den Anschein macht. Da sich durchschnittlich mehr als eines von drei Ehepaaren scheiden lässt, wurden in den vergangenen Jahren einige Studien durchgeführt, welche die häufigsten Gründe für eine Trennung aufstellen sollten. Die meisten Ergebnisse solcher Studien lesen sich mit einem bitteren Beigeschmack, da das Paar selbst nur selten für die Umstände verantwortlich ist. So ist der häufigste Grund ein Mangel an Zweisamkeit, herbeigeführt durch Stress in der Arbeit oder gemeinsame Kinder. Auch fehlende Kommunikation und immer wiederkehrender Streit über Alltagsangelegenheiten werden oft als Gründe für eine Scheidung genannt. Aus diesem Grund solltest Du, wenn Du über eine Partnerberatung nachdenkst, Deine Gedanken in eine optimistische Richtung lenken: Viele Paare trennen sich nicht, weil es unmöglich ist, neben einem anspruchsvollem Job noch eine funktionierende Partnerschaft aufrechtzuerhalten, sondern weil die verbliebene Zeit nicht zugunsten der Beziehung genutzt wird. Mithilfe einer Partnerberatung könntet Ihr jedoch lernen, wie Ihr beides unter einen Hut bringen könnt. Doch auch, wenn Eure Beziehungsprobleme nicht durch Euren Karrierewunsch herbeigeführt wurden, kann eine Partnerberatung durchaus sinnvoll sein.

Partnerberatung: Gründe, die gegen eine Trennung sprechen

Ebenso, wie Du glaubst, Du hättest eigentlich genug Gründe gesammelt, Dich von Deinem Partner zu trennen, wirst Du in Deiner Beziehung vermutlich viele Gründe finden, die eben gegen eine Trennung sprechen. Einer davon ist zum Beispiel, dass Du Dich über eine Partnerberatung informieren möchtest. Dies spricht schon dafür, dass Dir sehr viel an Eurer Partnerschaft liegt und Du sie nicht einfach so aufgeben möchtest. Allein die Tatsache, dass Du der Überzeugung bist, Eure Beziehung hätte noch Sinn, spricht eher für eine Partnerberatung als für eine Trennung. Ein weiterer sehr wichtiger Grund betrifft insbesondere Pärchen, die schon sehr lange zusammen sind – Eure Intimität. Du kennst die zahlreichen kleinen und großen Macken Deines Partners, vielleicht liebst Du ihn ja sogar deswegen. Und gleichzeitig kennt er Deine. Diese Komponente gibt einer Beziehung eine ganz besondere Sicherheit, die Du vermutlich nicht missen möchtest. Angenommen, Du müsstest Dich in nächster Zeit auf eine neue Beziehung einlassen und all dies neu durchleben – eine besonders schöne Vorstellung ist dies nicht. Darüber hinaus weißt Du bei Deinem Partner schon, dass er mit vielen Deiner Problemchen sehr gut umgehen kann. Einen zweiten dieser Sorte zu finden dürfte sich schwierig gestalten. Auch in sexuellen Angelegenheiten hat diese Vertrautheit durchaus Vorteile. Wenn Ihr zu den Glücklichen gehört, in deren Beziehung sich keine Routine eingestellt hat, sondern eine ziemlich sichere Aussicht auf guten Sex, ist auch dies ein Grund gegen eine Trennung. Was ebenfalls gegen einen neuen Partner spricht, sind Deine Unsicherheiten. Es dauert immer einige Zeit, bis man sich traut, diese in einer neuen Beziehung zu offenbaren. Und erst, wenn Du Dir keine Gedanken mehr darüber machen musst, kann die Liebe wirklich schön werden.

Partnerberatung: Was haben wir uns unter einer Partnerberatung vorzustellen?

Auch, wenn Partnerberatung eigentlich impliziert, dass Ihr beide beraten werdet, sind die ersten Sitzungen meistens Einzelsitzungen. Aus diesem Grund musst Du Deinen Partner auch nicht sofort überzeugen, sondern kannst erst einmal alleine eine Therapiestunde aufsuchen. Im Erstgespräch werden zumeist Fragen geklärt wie zum Beispiel jene nach Deinen Hoffnungen für die Partnerberatung, Deinen Zielen in der Beziehung, sowie ein allgemeines Kennenlernen. Wahrscheinlich wird Euer Therapeut, wenn beide mit der Partnerberatung einverstanden sind, auch Deinen Partner zu einem Einzelgespräch einladen. Falls dieser nicht besonders angetan von der Idee einer Partnerberatung sein sollte, kannst Du auch alleine in die ersten Paar Sitzungen gehen und bekommst vermittelt, wie Du Deinen Partner überzeugen kannst. Wichtig ist, dass Du Dir darüber im Klaren bist, dass Du nach einem Erstgespräch nicht zwangsweise an Deinen Therapeuten gebunden bist. Die Partnerberatung hat nur Erfolg, wenn die Zusammenarbeit gewünscht ist. Aus diesem Grund kann es sich lohnen, bei anfänglicher Skepsis erst einmal einen weiteren Therapeuten zu konsultieren und zu prüfen, ob Du Dir eine Partnerberatung mit jemandem anderen vielleicht besser vorstellen kannst. Schließlich baut der Erfolg einer Partnerberatung darauf auf, dass Ihr Eurem Therapeuten auch vertrauen könnt.

Partnerberatung: Wie könnte eine Partnerberatung ablaufen?

Wie bereits erwähnt werden Eure ersten Sitzungen vermutlich einzeln verlaufen, damit sich Euer Therapeut ein Bild davon machen kann, inwieweit Eure Vorstellungen von einer funktionierenden Partnerschaft auseinandergehen. Darüber hinaus dient der erste Termin auch dazu, eine vertrauensvolle Atmosphäre zwischen Euch und Eurem Therapeuten zu schaffen. An dieser Stelle könnt Ihr Euch entscheiden, ob Ihr dem Therapeuten Euer Innerstes anvertrauen wollt oder überhaupt könnt. Auch Eure aktuelle Lebenssituation, Eure Wünsche und Hoffnungen, sowie ein Grundriss der wichtigsten Probleme könnten das Thema sein. Wenn all diese Dinge abgeklärt sind, werdet Ihr gemeinsam mit Eurem Therapeuten Eure Wünsche für den Therapieerfolg formulieren. Ein Problem kann immer sein, dass Du vielleicht auch Angst hast, dass die Therapie nach hinten losgehen könnte und Ihr Euch trennt. Doch solltest Du dies aus einem rationalen Standpunkt betrachten: Wenn es erst ein Therapeut aus einem von Euch beiden herauskitzeln konnte, dass der Wunsch nach einer Trennung stärker ist als der nach einem Zusammenbleiben durch Partnerberatung, war diese dennoch erfolgreich. Eine Partnerschaft, auf die nur einer von beiden Lust hat, ergibt eigentlich keinen Sinn und ist auch auf längere Dauer keine Grundlage. Am Anfang sind wöchentliche Sitzungen üblich, die, sobald sich Erfolge einstellen, seltener werden und nur noch der Kontrolle und Unterstützung dienen.

Partnerberatung: Können Kinder ein Problem sein?

Die traurige Realität ist, dass viele Pärchen nur zusammen bleiben, weil sie vermeiden möchten, die gemeinsamen Kinder mit in die Scheidung hineinzuziehen. Dass so jedoch keiner gewinnt, beweist die Tatsache, wie viele Scheidungskinder sich in einer durchschnittlichen Schulklasse befinden. Tatsächlich ist die Scheidung jedoch nicht der einzige Weg, da insbesondere bei Streitigkeiten über die Erziehung eine Partnerberatung sinnvoll sein kann. Wenn Ihr die einzigen beiden Parteien in diesem „Krieg“ seid, wird es schwierig, Kompromisse zu schließen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, einen neutralen Vermittler hinzuzuziehen. So geht ihr sicher, dass Eure Kinder nicht damit leben müssen, der Grund der Scheidung gewesen zu sein. Weil es vielleicht gar nicht erst zu einer kommen wird.

Partnerberatung: Wann ist eine Partnerberatung wirklich vonnöten?

Die „goldene Mitte“ zu finden, wann eine Partnerberatung noch hilft aber auch wirklich angebracht ist, kann für viele Paare ziemlich schwierig sein. Bei kleineren Problemen erscheint sie absolut übertrieben, bei sehr großen wie verschwendete Liebesmüh. Tatsächlich allerdings ist jeder Zeitpunkt ein guter Zeitpunkt für eine Partnerberatung, sobald Du glaubst, dass Ihr Eure Probleme alleine nicht mehr lösen können werdet. Dies kann insbesondere dann eintreten, wenn Du das Gefühl hast, Deine Kränkungen, Wünsche und Ziele verschweigen zu müssen, weil Du nicht mehr auf eine verständnisvolle Reaktion Deines Partners hoffst. Wenn Streit zum Alltag gehört, obwohl Du Deinem Partner gegenüber eigentlich keinen Groll hegst, könnte es höchste Zeit für eine Partnerberatung sein. Auch, wenn Du das Gefühl bekommst, dass nur noch einer von Euch die wichtigsten Entscheidungen trifft, wäre eine Partnerberatung wahrscheinlich keine allzu schlechte Idee. Eine Partnerschaft beruht eigentlich auf einem Geben und Nehmen. Sobald dies aus dem Gleichgewicht gerät, heißt das nicht unbedingt, dass die Liebe weg ist und es keinen Ausweg mehr gibt. Manchmal muss man sich nur zusammen hinsetzen und sich vielleicht auch von jemandem beraten lassen, der schon viele verschiedene Beziehungsprobleme miterlebt hat. Der klare Blick eines Therapeuten kann die Wogen der negativen Gefühle oftmals besänftigen.

Partnerberatung: Wie überzeuge ich meinen Partner für eine Partnerberatung?

Da Partnerberatung nicht unbedingt den besten Ruf hat, kann es sein, dass Du, auch wenn Du es Dir gründlich überlegt hast, bei Deinem Partner auf Granit stößt. Kein Wunder, schließlich klingt der Vorschlag zu einer Partnerberatung im ersten Moment nach einer Drohung. Dein Partner hat wahrscheinlich Angst, dass Du Dir mehr oder minder eine Unterstützung suchst, um ihm Vorwürfe zu machen. Versuche deshalb, ihm zu erklären, dass ein Therapeut nur als Mentor fungiert und Ziel der Therapie ist, gemeinsame Wege zu schaffen, statt Euch direkt in eine Trennung zu reiten. Statt zu bitten und zu betteln solltest Du Deinen Wunsch nach einer Partnerberatung auch möglichst klar formulieren. Sage Deinem Partner, dass eine Partnerberatung für Dich der letzte Ausweg ist und Du nicht mehr daran glaubst, dass Ihr eigenständig die Kurve kriegen könntet. Wie bereits erwähnt bist Du auch nicht gezwungen, Deinen Partner direkt zum ersten Gespräch mitzunehmen. Manchmal kann es auch helfen, die Therapie allein anzufangen. So kannst Du vielleicht schon nach kurzer Zeit einfach lernen, wie Du mit Euren Problemen umgehen sollst.

Partnerberatung: Einen Dritten hinzuziehen, gern – aber muss es direkt ein Therapeut sein?

Intime Probleme Fremden anzuvertrauen klingt nur selten nach einer sehr angenehmen Angelegenheit. Der Gedanke, einfach einen gemeinsamen Freund zu Rate zu ziehen kann da schon deutlich verlockender klingen. Schließlich kennt dieser Euch beide, hat Euch beide in Kombination miteinander erlebt und kann vielleicht auch helfen. Allerdings solltet Ihr bedenken, dass dies absolut keine Alternative zu einer Partnerberatung ist. Einem gemeinsamen Freund fehlt der neutrale Blick und womöglich auch die Härte, Euch beiden klar zu sagen, was Euer Problem ist. Die Sympathie, die Freunde für Euch hegen, kann zum Problem werden. Ebenso kann es sein, dass, wenn Ihr doch neutrale Ratschläge bekommt, Eure Freundschaft auf diese Weise zerbrechen könnte. Schließlich mutet Ihr einem ungeübten Außenstehenden die Macht über den weiteren Verlauf Eurer Beziehung zu. Selbstverständlich kann es manchmal helfen, sich einfach nur auszuheulen. Dafür sind Freunde auch die besten Ansprechpartner. Doch wenn Ihr wirklich nach einer konstruktiven Lösung für Eure Beziehungsprobleme sucht, ist ein Gespräch mit Freunden kein Vergleich zu einer richtigen Partnerberatung.

Partnerberatung: Wir brauchen eine Partnerberatung – wo finden wir einen Therapeuten?

Wenn Ihr das Glück habt, dass Ihr beide eine Partnerberatung als die richtige Lösung erachtet, kommt schnell die Frage auf, wo Ihr überhaupt einen geeigneten Therapeuten finden sollt. Eine Recherche im Internet kann schnell entmutigen – Da der Begriff „Paartherapeut“ an sich nicht geschützt ist, werdet Ihr auf viele dubiose Seiten stoßen. Die beste Anlaufstelle sind also entweder Freunde, die ihre Beziehung mittels einer Partnerberatung erfolgreich kitten konnten, oder aber der Hausarzt. So könnt ihr davon ausgehen, dass die gefragten Personen Euch halbwegs gut kennen und sich konkret an Euren Streitigkeiten orientieren können. Außerdem ist nicht immer der erstbeste Therapeut sofort die richtige Wahl, weshalb Ihr ohnehin zunächst ein paar Kennenlernsitzungen vereinbaren solltet. Niemand bindet Euch an den ersten Therapeuten, den ihr trifft. Dies gilt auch für Psychotherapien. Wenn es zwischen Euch und Eurem Therapeuten einfach nicht stimmt und Ihr nicht das Gefühl habt, ihm vertrauen zu können, wird es schwierig, wirklich Erfolge zu erzielen. Aus diesem Grund benötigt selbst die Suche nach einem Therapeuten ziemlich viel Durchhaltevermögen und Willensstärke, die Euch vielleicht schon vor der Therapie etwas enger zusammenschweißen können. Doch wenn Ihr dieses mitbringen könnt, seid Ihr auf dem besten Wege, Eure Beziehung zu retten. Wenn Ihr diese Chance für Euch seht, dann kämpft darum. Es wird möglicherweise Euer gesamtes Leben entscheidend beeinflussen.

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